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Bernhard von Clairvaux hatte vor fast 900 Jahren am Bodensee seine verbal-unerotischen Ergüsse, vergleichbar mit süss-säuerlichen Versprechungen moderner Hassprediger. Mit verdächtig liebäugelndem Blick auf Minderjährige pinselte der 'Honigschmierer' der unbedarften Landjugend (ungeachtet ob Schwoab oder Alemanne) Begeisterung für’s Hinschlachten der Ungläubigen im Heiligen Krieg des Kreuzzugs um die Ohren, indem er auch Randgruppen die Lebensperspektive bot, im Blute Christi zu baden:
“Weil euer Land an tapferen Männern fruchtbar ist und kräftig durch die Fülle seiner Jungend, wie wenn durch alle Welt euer Lobpreis geht und der Ruhm eures Heldentums die ganze Erde erfüllt, so gürtet auch ihr euch mannhaft und ergreift die glücklichen Waffen für Christi Namen... Ist es nicht ein wunderbarer Weg des Heils, welchen Gott Verbrechern öffnet, da er Mördern, Räubern, Ehebrechern, Meineidigen, Übeltätern, welche die Gesellschaft ausstösst, die Mittel darbietet, ...für eine heilige Sache zu sterben?”.
Bigott-katholische als auch rein närrische Nachfahren dieser Ausgestossenen haben sich in Narrenvereinen organisiert und sinnen darüber nach, von welchem Regal im Klosterarchiv sich Bernie diese wichtige Wich...äh...Textvorlage runtergeholt hat, mit der er an den Papst berichtete:
"Ich habe den Kreuzzug gepredigt und die Zahl der Teilnehmer wächst über alle Maßen. Die Städte leeren sich und schon kommt ein Mann auf sieben Frauen...”
Danke für solche Denkanstösse für die schwäbisch-alemannische Fasnacht im 'Ländle', das von Honig und der Milch der spritzigen Jungfrau fliesst. Dort, wo die damals von Jünglingen geleerten Städte Konschtanz, Stockach, Überlingen, Friedrichshafen...und so fort entlang der Oberschwäbischen Barockstrasse liegen. |